Medieninformation 13/2004 2004-08-08

Sommerlochtheater
Größere Bildungsprobleme als Rechtschreibreform

Angestoßen von konservativen politikern haben sich jetzt die vertreter zweier großer verlagsgruppen dazu hergegeben, die vor sechs jahren nach jahrzehntelanger internationaler vorbereitung getroffenen vereinbarung zur reform der rechtschreibung zu kippen.

"Das deutsche bildungswesen hat andere sorgen," meint der Würzburger kreisvorsitzende der bildungsgewerkschaft GEW. Das gegliederte schulsystem begünstige nicht die begabten, sondern die begüterten, kinder mit gleichem migrationshintergrund hätten schlechtere chancen, etwas zu werden als in anderen ländern, noten täuschten eine objektive messung von schülerleistungen vor, die weder mathematisch noch juristisch haltbar sei, sitzen bleiben sei volkswirtschaftlich und pädagogisch unsinnig.

Einen höhepunkt der heuchelei stellt die instrumentalisierung von schülerinnen und schülern dar, die von der rechtschreibreform "verunsichert" worden seien. "Solange lehrkräfte glauben, ihre deutschnoten vor allem durch diktate zu bilden, solange eine wirkliche reform durch die abschaffung der goß- und kleinschreibung ausbleibt, solange kann das thema rechtschreibrefom dorthin verschwinden wo es herkommt: ins sommerloch.," so Nellen.

Dieser beitrag wurde nach den regeln der Englischen rechtschreibung geschrieben.


Jörg Nellen, Pressesprecher GEW Unterfranken