Re: Vermessungs- und Forstbeamte als Realschullehrer


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Abgeschickt von julia grimm am 25 September, 2005 um 17:40:01

Antwort auf: Vermessungs- und Forstbeamte als Realschullehrer von Manfred Schuster am 28 April, 2005 um 21:16:34:

hallo,
ich bin studentin (germanistik/anglistik, realschullehramt)und würde zum thema "vermessungs- und forstbeamte als realschullehrer" gern ein wörtchen mitreden.
ich finde diese idee einerseits unerhört, da man die pädagogische erfahrung und die erforlderliche fachausbildung für den lehrerberuf, die man sich im laufe eines mindestens 4jährigen studiums erwirbt, natürlich nicht in einem crashkurs von der dauer weniger monate erwerben kann. noch dazu vermittelt das schlichte vorhandensen solcher kurse und der möglichkeit, ohne akademische ausbildung unterrichten zu können, der gesellschaft z.t. das bild, ein studium sei möglicherweise sogar überflüssig, und man könne entweder "mit kindern umgehen" oder eben nicht. der pädagogische beruf, der ohnehin schon ein schlechtes ansehen, um nicht zu sagen: geringsschätzung in deutschland erfährt, wird damit noch weiter herabgesetzt.
zum anderen muss aber auch die chance beachtet werden, die in oben genannter idee enthalten ist. es geht keineswegs darum, alle oder einen großteil der lehrer durch nicht akademisch ausgebildete beamte zu ersetzen; es soll lediglich arbeitslosen menschen, die in einem fachbereich auch ohne entsprechendes studium ausreichend bewandert sind, die chance auf arbeit gegeben werden. ob die pädagogische tätigkeit dafür die richtige ist, ist freilich zu bezweifeln. ich möchte nicht davon ausgehen, dass ein solcher lehrer zwingend ein schlechter lehrer ist. aber es sind bereits viele dieser "versuchspersonen" an den anforderungen des lehrerberufs gescheitert, da sie zwar den fachlichen anforderungen gewachsen waren, nicht aber den pädagogischen problemen, der konfliktbewältigung, dem druck etc. die nichtfachlichen aspekte des lehrerberufs werden leider oft unterschätzt, und auch heute noch sehen viele menschen den beruf des lehrers nur als "den kindern etwas beibringen" an. die enorme erziehungs-, organisations- und planungsarbeit, die hinzukommt, wird sehr oft unterschätzt. ich halte es deswegen nicht für sinnvoll, in größer angelegten projekten andere menschen als tatsächlich ausgebildete lehrer als eben solche einzustellen. was nicht heißt, dass der biologie-unterricht beispielsweise nicht durch die zusammenarbeit mit einem örtlichen forstbeamten bereichert und ergänzt werden kann!



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