Abgeschickt von Jonas Lanig am 06 Januar, 2005 um 16:51:28
30 Bausteine einer „Schule für Alle“
1. Die einzelnen Schulformen müssen einander angenähert werden.
- Für alle Schulen der Klassen 5-10 müssen einheitliche Stundentafeln entwickelt werden.
- Ebenso müssen die bisher unterschiedlichen Lehrpläne in diesen Klassenstufen vereinheitlicht werden.
- In einem ersten Schritt muss ein einheitlicher Kerncurriculum für alle Schulformen ausgearbeitet werden.
- Die Ausbildung der Lehrkräfte an den Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien muss vereinheitlicht werden. Ziel ist ein gemeinsamer Abschluss als Sekundarlehrer/in.
- Alle künftigen Lehrkräfte absolvieren ein gemeinsames Grundstudium.
- Lehrkräfte bekommen in einem Hospitationsjahr Gelegenheit, an anderen Schulformen zu unterrichten.
2. Die Schulprofile müssen sich öffnen.
- An jeder Schule der Sekundarstufe müssen mindestens zwei Bildungsabschlüsse angeboten werden.
- Es darf keine Schule der Sekundarstufe I. mehr geben, an der nicht mindestens die Mittlere Reife erworben werden kann.
- Es muss möglich sein, an jeder Fachoberschule die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben.
- Im Rahmen des Unterrichts müssen individualisierte Formen des Lernens zum Standard werden.
- Dazu werden an den einzelnen Schulen Lernwerkstätten und Selbstlernzentren errichtet.
- Schulen, die mehrere Schulformen integrieren, werden finanziell besser aufgestattet.
- Realschulen und Hautschulen werden mittelfristig zu Sekundarschulen zusammengelegt.
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3. Der Elternwille muss respektiert werden.
- Kein Kind darf gegen den Willen seiner Eltern auf eine Förderschule abgeschoben werden.
- Auf Wunsch der Eltern müssen an den Grundschulen Integrationsklassen für behinderte und nicht-behinderte Schüler angeboten werden.
- Ausschlaggebend für den Besuch einer weiterführenden Schule muss immer der Elternwille sein. Das Urteil der Grundschule darf nur einen empfehlenden Charakter haben.
4. Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen muss erleichtert werden.
- Jedes Jahr erstellt die Staatsregierung einen Durchlässigkeitsbericht, der den Umfang und die Qualität der Übertritte auflistet.
- Die Kooperation von Schule und Kindergarten muss institutionalisiert werden.
- Alle Schüler/innen erhalten mit ihrem Zeugnis eine genaue Auflistung der Übertrittsmöglichkeiten auf andere Schulen.
- Künftige Erzieherinnen müssen an der Grundschule, künftige Grundschullehrer/innen müssen im Kindergarten praktizieren.
- Ziel der Bildungspolitik ist jeweils ein ausgewogenes Verhältnis von abgehenden und aufzunehmenden Schülern.
- In allen Schulformen sollten altersheterogene Klassen angeboten werden.
- Statt des Schuljahres müssen Semester angeboten werden, um den Übertritt auf eine andere Schulform zu erleichtern.
5. Das Prinzip der Pflichtwiederholung muss abgeschafft werden.
- Bis zum Ende der 6. Jahrgangsstufe dürfen keine Ziffernnoten erteilt werden.
- Schüler, denen eine Nicht-Versetzung droht, bekommen für die zweite Hälfte des Schuljahres einen Tutor zugewiesen.
- Für versetzungsgefährdete Schüle werden von allen Schulen eigene Motivationsseminare angeboten.
- Schüler, die das Klassenziel nicht erreicht haben, muss freigestellt werden, ob sie das Jahr wiederholen oder im nächsten Jahr besondere Förderkurse besuchen.
6. Berufliche Bildung und allgemeinbildende Schulbildung müssen verzahnt werden.
- In allen Schulen der Sekundarstufe muss den Schülern Gelegenheit gegeben werden, eine polytechnische Kompetenz zu erwerben.
- Zusätzlich zum bisherigen Schulangebot können die Schüler/innen künftig ein Werkgymnasium oder eine Werkrealschule besuchen.
- Im Rahmen einer Doppelqualifikation muss es Auszubildenden möglich sein, neben dem Gesellenbrief die Fachhochschulreife zu erwerben.