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Jochen Winter
Ein Ketzer schaut in die Moderne
Die Anziehungskraft der Sterne – Am 17. Februar 1600 wurde Giordano Bruno auf dem römischen Campo de’ Fiori verbrannt
Die Dokumente sprechen für sich. Kaspar Schoppe, ein bigotter, mit Schmähschriften hervorgetretener Zyniker, der dieser Hinrichtung beiwohnt, schreibt noch am selben Tag an den Rechtsgelehrten Conrad Rittershausen: „Heute also ist er zum Scheiterhaufen oder Brandpfahl geführt worden. Als dem schon Sterbenden das heilige Kruzifix vorgehalten wurde, wandte er mit verachtender Miene sein Haupt und ist so geröstet elendiglich eingegangen, ich glaube wohl, um in jenen anderen, von ihm erdichteten Welten zu berichten, wie wir Römer mit lästerlichen und unfrommen Menschen zu verfahren pflegen.“
Ein weiterer Augenzeuge schildert: „Er sah bleich und blass aus – offenbar geschwächt von dem Blutverlust, den er durch die vergangenen Marterungen erlitten hatte. Seine Arme hingen wie leblos herunter. Man hatte sie aus den Gelenken gerissen, als man ihn über das Rad flocht. Nicht genug damit – die furchtbaren Marterwerkzeuge hatten an vielen Stellen das Fleisch bis auf den Knochen heruntergeschabt.“
Giordano Brunos Ende ist infernalisch, von jenen Flammen umlodert, die er in seinem Werk immer wieder beschwor, weil sie ihm Metapher waren für den geistigen Aufstieg in die Sphäre des Lichts, des Göttlichen, der unverbrüchlichen Wahrheit. Im Zeichen des Feuers sah er sich als Überwinder der Finsternis, die das spätmittelalterliche Denken beherrschte und erstarren ließ, als Visionär eines neuen Tages, an dem der Mensch befreit wäre von den Fesseln sophistischer Philosophie und dogmatisierter Religion.
Die entfachte Leidenschaft trieb ihn dazu, jegliche Grenze, die den Ausschluss primärer kosmischer Gesetzmäßigkeit verlangt, zu überschreiten und damit das aristotelisch-ptolemäische Weltbild ebenso zu destruieren wie – in letzter Konsequenz – die Kernpunkte der christlichen Lehre: Inkarnation und Trinität. Dieser ungeheuerliche Akt musste in der Zeit der Gegenreformation und verschärften Inquisition die grausamste Maßnahme der Kirche provozieren. Doch indem sie den Häretiker zum Flammentod verurteilte, überantwortete sie ihn gerade dem Element, das seinen Spekulationen Konsistenz und Dauer verlieh.
Wenn Bruno auf dem Scheiterhaufen sich weigert, der Christusfigur den erlösenden Kuss aufzudrücken, demonstriert er nur seine endgültige Ablehnung der Inkarnation im Sinne der Orthodoxie, nach der Gottes Wort einzig und allein im Sohn leiblich geworden sei. Solcher Reflex ist kein Aufschrei aus Verzweiflung, sondern die bewusste Bestätigung seiner schon früh geäußerten Kritik, der die Geistlichkeit sofort mit aller Macht entgegenzuwirken versucht.
Im Dominikanerorden, dem der 1548 in Nola bei Neapel Geborene 1565 beitritt, beschuldigt man ihn erstmals der Ketzerei, weil er Bilder von Heiligen weggibt, den Marienkult verwirft und lediglich das Kreuz ohne Heiland akzeptiert. Das Verfahren, auf Grund seines jugendlichen Alters zunächst niedergeschlagen, erscheint wie eine Vorankündigung künftiger Repressalien, die Bruno fast dauernd zur Flucht vor klerikalen und universitären Autoritäten veranlassen und ihm ein Wanderleben durch Europa aufzwingen.
Nach seiner Priesterweihe und dem Abschluss des Theologiestudiums in Neapel steht er 1576 erneut unter der Anklage der Ketzerei, wobei ihm die vormaligen Vergehen nicht minder zur Last gelegt werden wie die Tatsache, dass er Schriften von Johannes Chrysostomus und Hieronymus mit den verbotenen Anmerkungen des Erasmus von Rotterdam im Kloster versteckte. Bruno entkommt nach Rom, bricht mit der Kirche, legt das Ordensgewand ab. Von dort gelangt er über Savona, Turin, Venedig, Padua, Bergamo, Mailand und Chambéry nach Genf, ins Zentrum des Calvinismus, dessen rigide Intoleranz seine Hoffnung auf freie geistige Tätigkeit zunichte macht und ihn fortan in tiefe Feindschaft auch mit der reformierten Religion bringt.
Die nächste Station ist Toulouse, wo er Privatvorlesungen hält, dann zwei Jahre lang den Lehrstuhl für Philosophie innehat. Als im Sommer 1581 die Konflikte zwischen Katholiken und Hugenotten eskalieren, begibt sich Bruno nach Paris. Er beeindruckt durch seine an Raimundus Lullus geschulte Gedächtniskunst König Heinrich III., der ihn zum außerordentlichen Professor am Collège de Cambrai ernennt. Mit einem Empfehlungsschreiben des Königs setzt er nach England über, findet Aufnahme beim französischen Botschafter in London und schreibt jene sechs italienischen Dialoge, in denen eine revolutionäre Synthese aus Metaphysik, Kosmologie und Anthropologie die Idee einer unendlichen, durchgängig beseelten Welt begründet.
Zurück in Paris, verursacht Bruno durch seine am Collège de Cambrai propagierten 120 Thesen gegen die aristotelische Naturphilosophie einen akademischen Skandal, woraufhin er die Stadt verlassen muss. Über Mainz, Wiesbaden und Marburg reist er nach Wittenberg, lehrt an der dortigen Universität, bis die Kontroversen zwischen Lutheranern und Calvinisten ihn nötigen, abermals aufzubrechen. Auf den 8. März 1588 fällt seine berühmt gewordene Abschiedsrede vor Professoren und Studenten, mit der er deutschen Denkern wie Albertus Magnus, Cusanus, Paracelsus seine Reverenz erweist und Luther als mutigen Streiter gegen das Papsttum würdigt.
Kurz hält er sich in Prag auf, am Hof Kaiser Rudolfs II., wendet sich dann nach Helmstedt, um an der von Herzog Julius von Braunschweig neu gegründeten Universität zu unterrichten. Er arbeitet an Schriften zur Magie sowie an den drei bedeutenden, in Hexametern abgefassten lateinischen Lehrgedichten, die an die Londoner Dialoge anschließen und gleichsam die Summe seiner Anschauungen bilden. Wegen angeblich calvinistischer Gesinnungen vom Superintendenten der lutheranischen Kirche exkommuniziert, zieht Bruno weiter nach Frankfurt am Main, wo seine Lehrgedichte erscheinen und er 1591 die Einladung des venezianischen Adligen Giovanni Mocenigo erhält, der in der Gedächtniskunst unterwiesen werden möchte und ihn nach Venedig bittet.
Bruno willigt ein, offenbar unbesorgt um das restaurative geistige Klima in Italien. Bald verdächtigt Mocenigo seinen Gast, nicht alle Geheimnisse der Gedächtniskunst preiszugeben, und denunziert ihn am 23. Mai 1592 bei der Inquisition; er soll sich in 20 Punkten der Ketzerei schuldig gemacht haben. Der Prozess, vom Februar 1593 an in Rom fortgesetzt, dauert insgesamt fast acht Jahre. Bruno aber, in der Engelsburg, dem Gefängnis des Heiligen Offiziums inhaftiert, widerruft nicht, und das Verdikt kontert er mit den Worten: „Mit vielleicht größerer Furcht verkündigt ihr das Urteil gegen mich, als ich es entgegennehme!“
Die Verhörprotokolle der venezianischen Inquisitionsbehörde enthüllen den schneidenden Gegensatz zwischen dem Angeklagten und den Richtern, die ihn auffordern, seine Haltung zum katholischen Glauben, insbesondere zur Trinitätslehre darzulegen. Die Antwort, die sie zu hören bekommen, beschwichtigt zunächst zwar, da Bruno versichert, das Dogma nicht direkt angegriffen zu haben, enthält im weiteren jedoch den Keim eines ihnen unfassbaren Sakrilegs: „Ich nehme ein unendliches Weltall an, das von der göttlichen Macht geschaffen ist; denn ich hielt es für der göttlichen Güte und Allmacht unwürdig, dass sie eine endliche Welt erschaffen haben sollte, wenn sie neben dieser Welt noch eine andere, ja unzählige andere hätte schaffen können . . .“ Das heißt: Wäre die Welt endlich, setzte sie einen Urheber voraus, der sich nur teilweise in ihr realisierte, was seiner Perfektion, also der ihn charakterisierenden Identität von uneingeschränkter Wirkkraft und ihr entsprechender Wirkung zuwiderliefe.
Die Unendlichkeitsthese, die während des Verfahrens nicht diskutiert wird, löscht die Differenz zwischen Gott und Welt. Sie statuiert einen Schöpfer, der alle seine Attribute vorbehaltlos in die Schöpfung einfließen lässt, wodurch diese den höchsten Status der Göttlichkeit erlangt – in jedem ihrer Teile. Dabei bedient er sich der universalen Vernunft, welche die universale Form des Alls bildet und aus dem Schoß der Materie, mit der sie untrennbar verbunden ist, die konkreten Gestalten hervorbringt. Natur und Kosmos sind die Manifestationen einer göttlichen Potenz, einer totalen Präsenz, die das Seiende der Metamorphose unterwirft: Die Körper markieren nur aufzuckende Erscheinungen des einen Urstoffs, in dem sie wieder verschwinden, um anderen Platz zu machen. Dieser den Prinzipien der Harmonie gehorchende Organismus kennt kein endgültig Totes, weil noch das Tote dank des inneren göttlichen Funkens ein Glied in der Kette extremer Variationen darstellt. Demnach wandert die Seele vom einen Wesen zum nächsten; die Seelenwanderung ist das Signum einer Welt, die in jedem Augenblick, wenn das Wunder der Verkörperung von neuem geschieht, sich selbst erlöst.
Die Wucht des Brunoschen Arguments beraubt Jesus Christus seines eigentlichen, von der Kirche verklärten Anspruchs, nämlich den mehr oder weniger sündhaften Menschen aus dem immer unzulänglichen Diesseits in das blendende Jenseits Gottes zu überführen. Das Ideal des ausersehenen, einmal geborenen, gestorbenen und auferstandenen Erlösers findet im grundsätzlich vollkommenen, durch und durch dynamischen Universum keinen Platz. Die umfassende, im ganzen unbewegliche Einheit gleicht auf der Ebene der Konfigurationen einem pulsierenden Strom, der den Messias mit sich fortreißt, ihm bloß die geschichtliche Existenz zugesteht.
Zwangsläufig stürzt so auch der dritte Pol der Trinität, den der Heilige Geist besetzt. Das theologische Diktat fixiert ihn als Mittler zwischen Vater und Sohn. Bruno hingegen begreift ihn als Lichtäther, der das All durchstrahlt, beseelt und in sympathetische, synergetische Schwingungen versetzt. Wie Christus sich verwandelt in kosmische Vernunft, so wird der Heilige Geist zum Inbegriff kosmischer Liebe. Das aber kann die Kirche, darauf beharrend, von Christus gestiftet worden zu sein und das von ihm begonnene Erlösungswerk zu vollenden, nicht dulden. Sie benutzt die Instrumente der Folter und der Exekution, um ihr angestammtes Recht geltend zu machen.
Die metaphysische Konzeption hängt deutlich mit der kosmologischen zusammen. Der sich restlos entäußernde Gott erzeugt ein Universum mit unendlich vielen Sternsystemen, in denen die Planeten und ihre Monde um eine der vielen Sonnen wandern. Vor solchem Hintergrund ist Giordano Bruno der erste, von späteren Astronomen und Wissenschaftshistorikern allerdings oft unterbewertete kosmozentrische Denker der Neuzeit. Die Unendlichkeitsspekulation des Cusanus ohne christologische und eschatologische Einschränkungen aufgreifend, sprengt er den Fixsterngürtel, den Kopernikus in der Schrift „Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper“ (1543) als Limit gegenüber einem nicht hinterfragten Jenseits beibehielt. Dessen heliozentrisches Modell stellte genau die sphärischen Verhältnisse wieder her, die Aristarchos von Samos bereits im dritten vorchristlichen Jahrhundert entworfen hatte, als er mit Bezug auf die Pythagoreer und Herakleides von Pontos der Erde eine Rotation sowohl um die eigene Achse wie um die Sonne zuschrieb. Doch Aristoteles bannte den stillstehenden Globus in den Mittelpunkt, und Ptolemäus (2. Jh. n. Chr.) bekräftigte sie mit astronomischen Theorien, die das geozentrische Weltbild ins Mittelalter projizierten. Indem Bruno dieses Phantasma zerstört, gibt er auch der kopernikanischen Reform eine revolutionäre Zuspitzung.
Brunos Vernunft dominiert über die Sinneswahrnehmung, die an den trügerischen Erscheinungen haftet; auf diese Weise widerlegt sie Aristoteles, der ständig auf die Erfahrung verwies und deshalb die Erde als das schwerste der vier voneinander getrennten Elemente an die unterste, dunkelste Stelle des Stufenkosmos versetzte, außerdem aus der Begrenztheit der körperlichen Gestalt und der Bewegung dessen Endlichkeit ableitete. Nun aber gleicht der Raum einem immens ausgedehnten, funktionalen Netz, wobei jeder Knoten – ob Pflanze oder Tier, Mensch oder Stern – ein Gemisch aus sämtlichen Stoffen repräsentiert, einen auf Selbsterhaltung bedachten, in den universellen Stoffwechsel eingefügten Organismus, einen einzigartigen Spiegel des Ganzen.
Die Welt wird zum Medium unaufhörlichen Austauschs, alles spricht mit allem, weil alles in allem ist. Sie braucht den „unbewegten Beweger“ des Aristoteles nicht mehr, der abseits und fast unbeteiligt im Nirgendwo ruht: Die geistig-seelische Essenz, die dem Lebewesen eignet, steuert von innen her seine Tätigkeiten. So nimmt es den ihm bestimmten Ort ein, ohne die anderen zu beeinträchtigen. Und es strebt dorthin, wo es die im nächsten Moment günstigsten Impulse empfangen und aussenden kann. Der Kosmos hat das eine, klar definierte Zentrum eingebüßt; er wird erleuchtet von zahllosen Zentren, die seine durch fundamentale Korrespondenz bedingte Ordnung gewährleisten.
Brunos Imaginationen leisten damit nicht nur der astronomischen Forschung Vorschub, einschließlich der richtigen Vermutung, dass alle Fixsterne Sonnen sind, dass jenseits des Saturns weitere Planeten existieren, sowie eine „Erstfassung“ der Keplerschen Gesetz. Sie eröffnen den Raum, in welchem die exakte Wissenschaft im Stile Galileis, Descartes’ und Newtons erst ihr Betätigungsfeld findet. Die homogene Struktur des Universums, die Aufnahme der Erde in die auf Sterne bezogene Funktionseinheit, die Symmetrie, die das planetare und interplanetare Geschehen lenken, die Relativität solcher Größen wie Masse und Bewegung – das sind die Voraussetzungen der mechanisch-kausalen Betrachtungsweise einer neuen Zeit.
Doch wenn Galilei die Sprache der Natur auf mathematische Zeichen und geometrische Figuren beschränkt, wenn er verlangt: „Man muss messen, was messbar ist, und was nicht messbar ist, messbar machen“ und damit das Denkmuster der ganzen Epoche prägt, verkleinert er Brunos Ansatz fast bis zur Unkenntlichkeit. Denn dieser hat seinen Ursprung im Unmessbaren, im Absoluten, und thematisiert das Relative als ein davon Abhängiges: Die Physik bleibt stets bezogen auf die Metaphysik. Beobachtung, Datensammlung und Berechnung sind für Bruno Exerzitien an der Oberfläche, die das Wesen der Dinge, den verborgenen geistigen Zusammenhalt der Welt überhaupt nicht zu erfassen vermögen. Die nur instrumentelle Vernunft versagt vor deren Komplexität und Schönheit, weil sie das beseelende Prinzip, den Ursprung jeder Naturgesetzlichkeit, kurzum: die wahre Quelle des Lebendigen ignoriert. So gesehen formt Bruno die Neuzeit zwar mit, weist zugleich jedoch auch weit über sie hinaus in eine spätere, noch nicht benannte Ära.
Der Mensch weiß sich jetzt in einem All ohne Anfang und Ende, einem monumentalen Gewebe voller Wechselwirkungen, das die körperliche Existenz nur als flüchtige Ausgeburt der Urkraft gelten lässt und die orthodoxe Auferstehung des Fleisches, die individuelle Unsterblichkeit von vornherein annulliert. Der Glaube, auf der einzigen Erde zu leben und durch den Tod zum einzigen Gott zurückzukehren, ist für immer verloren.
Der Mensch ist Träger der Totalität, aktives Medium des dynamischen Erkenntnisvollzugs, das die Grenzen in sich ruhender, aus dem Zusammenhang isolierter Personalität permanent erweitert, da es von sinnträchtigen Botschaften regelrecht überflutet wird. Er ist zentrales Subjekt, aber auch peripheres Objekt, das ihn wie einen Liebenden anzieht und ergreift, auflöst und bereichert. Er ist Teil der kontinuierlichen Transformation, und indem er sie zu lesen versteht, entdeckt er den Ort, der ihm und der Erde im Ganzen zukommt. Er ist, zusammengefasst, der ins Extrem getriebene uomo universale der Renaissance – und zugleich der Idealtypus des universellen Wesens, das heute im Stande sein müsste, ein auf die entleerte Materie fixiertes, von atomisierter Erkenntnis geprägtes, offenbar weiterhin geozentrisches Bewusstsein zu überwinden. So besänne sich dieses, der Spaltung und des Zerfalls überdrüssig, wieder auf die Vernunft des Ursprungs.
Bruno verkörperte das universelle Wesen. Er entzifferte die Sternenschrift, übersetzte sie in die Chiffren des Geistes. Hierdurch verlieh er ihm eine Souveränität, die sich nur an einer Instanz orientiert: an der irdischen und kosmischen Harmonie, in welcher die höchste Wahrheit beschlossen liegt. Sie bedarf letztlich keiner Glaubenslehren, keiner Gebote; der Mensch schaut und achtet sie dank des inneren Lichts. Das Wissen, mit der Einheit ewig eins zu sein, ist seine Religion.
Solches mag Bruno auf dem Scheiterhaufen gedacht haben, wo er, an den Pfahl gebunden, paradoxerweise dem Gekreuzigten ähnelt. Doch im Gegensatz zu ihm war er wohl im äußersten Augenblick ein Glücklicher.
Jochen Winter, Lyriker und Essayist, lebt in Paris. Er veröffentlichte im Düsseldorfer Parerga Verlag eine Einführung in das Werk Giordano Brunos.
Er ist einer der Überwinder der Finsternis, die das spätmittelalterliche Denken beherrschte und erstarren ließ: der Philosoph und Ketzer Giordano Bruno
Bild: SZ-Archiv
Visionär behauptete Bruno eine unendliche Vielheit von Welten. Die Galaxie M 83 ist nur eines von Milliarden Milchstraßensystemen.
Foto: Talbot/Dufour/Jensen, Rice University