30.000 Menschen
sind dem Aufruf des DGB Bayern gefolgt und haben am 13. November 2010 in
Nürnberg für einen politischen Kurswechsel demonstriert. Es handelte
sich um die größte DGB-Kundgebung in Nürnberg seit 30 Jahren. „Wir
senden ein deutliches Signal an die Politik in Berlin und München. Wir
zeigen: Es gibt Alternativen. Und für die kämpfen wir. So lange, bis
wir unsere Ziele erreicht haben", sagte Matthias Jena, Vorsitzender
des DGB Bayern, in seiner Rede auf dem Kornmarkt.
Jena forderte die Bundesregierung auf,
endlich die Verursacher der Krise zur Rechenschaft zu ziehen und eine
soziale Politik für die Mehrheit der Menschen zu machen. „Während
bei Beschäftigten, Arbeitslosen und sozial Schwachen gespart wird, sind
die Belastungen für die Wirtschaft windelweich", kritisierte Jena.
Im Gesundheitssystem sprach sich Jena für
eine Bürgerversicherung aus, in die alle einzahlen. Er kritisierte die
CSU für ihr Einknicken bei der Kopfpauschale heftig: „Der brüllende
CSU-Löwe ist zum Bettvorleger geworden: platt und kopflos. Herr
Seehofer, Sie haben Ihr Versprechen gegenüber den Versicherten und
Arbeitnehmern gebrochen."
Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG
Metall Bayern, kündigte an, dass die Proteste gegen die unsoziale
Regierungspolitik weitergehen: „Zukünftig gilt:
Parlamentsentscheidungstage sind unsere gewerkschaftlichen Aktionstage.
Insbesondere bei Leiharbeit, Rente mit 67 und wenn es um die
Zukunftsperspektive der jungen Menschen geht."
Nadine Fink, die Rednerin der DGB-Jugend,
forderte Chancen und Perspektiven für die Jugend ein und nahm die
Arbeitgeber in die Pflicht: „Wenn sich die Arbeitgeber immer wieder über
Fachkräftemangel beschweren, dann haben sie die Lösung selbst in der
Hand: Mehr junge Leute ausbilden und übernehmen!"
Dr. Dorothea
Deneke-Stoll, Präsidentin
der Landessynode der Evangelischen Kirche in Bayern, mahnte in ihrer
Rede Solidarität mit sozial Schwächeren in der Gesellschaft an:
„Politisch verantwortliches Handeln, das auch und besonders die zukünftigen
Generationen im Blick haben will, muss für einen sozialen Ausgleich
sorgen."
Mit 498 Bussen reisten die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Bayern zur Großkundgebung an.
Von vier Sammelplätzen aus zogen die Demonstranten in vier großen
Demo-Zügen zum Kornmarkt. Allein den größte Demozug vom
Prinzregentenufer bildeten 15.000 Menschen.
Die bunte Massenkundgebung in Nürnberg
hat verdeutlicht, wie vielfältig und breit der Protest gegen die
unsoziale Politik der schwarz-gelben Bundesregierung ist. Dabei waren Arbeitnehmer
und Angestellte aus allen Branchen, Beamte und Arbeitslose, Schüler und
Rentner, Alte und Junge. Die beiden großen christlichen Kirchen
haben sich mit dem Protest solidarisiert. Auch politische Parteien
hatten zur Beteiligung an der Kundgebung aufgerufen und sich in den
DGB-Protest eingereiht.
Fotos
und Schlagzeilen zur DGB-Großkundgebung
Rede
Matthias Jena bei der DGB-Großkundgebung
Bericht
BR-Rundschau von der DGB-Großkundgebung
Film
nordbayern.de (Nürnberger Nachrichten, Nürnberger Zeitung)
Fotostrecke
nordbayern.de
Fotostrecke
BR-online